Führung und Organisation

Systemische Theorie und Praxis haben in der Lehre von Führung und Organisation große Bedeutung gewonnen. Allgemein anerkannt sind die Wechselwirkungen von „gelebter“ Führung und Aspekten wie Mitarbeiterzufriedenheit, -motivation und -gesundheit.

In den Themenkomplex „Führung und Organisation“ fallen daher verschiedenste Maßnahmen der Personal- und Organisationsentwicklung, die darauf gerichtet sind, die Mitarbeitenden – und fast alle Führungskräfte sind selbst Mitarbeitende – in ihrer Arbeitskraft zu erhalten.

Besonders wichtig sind solche Maßnahmen in Veränderungsprozessen, in denen es entscheidend darauf ankommt, „die Betroffenen zu Beteiligten zu machen“.


Unter den Begriff der Personalentwicklung fallen alle Maßnahmen, die Fachlichkeit und Qualität der internen Prozesse erhalten und weiterentwickeln sollen, also
  • Klausuren von Teams bzw. Abteilungen,
  • Workshops und Großgruppenarbeit,
  • Inhouse-Seminare für Führungskräfte und Mitarbeitende,
  • Supervision und Coaching.

Organisationsentwicklung hat – aus systemischer Sicht – das „große Ganze“ im Blick und geht oft mit einer Weiterentwicklung der Organisationskultur einher, denn eine zentrale Frage in Organisationen lautet: „Was erlaubt das System – und was verlangt das System?“.

Mögliche Bestandteile eines systemisch angelegten Organisationsentwicklungsprozesses sind z. B. die Einführung von

  • Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gesprächen,
  • internen Mediator*innen und Ombudsleuten,
  • Innenrevision zur Optimierung der Prozesse,
  • Vorschlagswesen und anderen Formen der Beteiligung.

 

Personal und Organisation entwickeln sich natürlich auch ohne jede „Maßnahme“, permanent und von ganz alleine, nämlich „autopoietisch“, d.h. im Zuge der durch die Evolution angelegten ständigen Selbstregulation von Systemen. Meistens geht das auch gut – aber manchmal zahlen Teile des Systems einen zu hohen Preis, am Ende meist das gesamte System.

Welche Maßnahmen also in welchem Maße in einer Organisation empfehlenswert sind, ist daher an der aktuellen Situation und den aktuellen Symptomen, an zurückliegenden, bestehenden oder anstehenden Veränderungsprozessen auszurichten.

Dabei gilt der Grundsatz: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Zumindest bei mir gilt das.

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